Das Grüne Buch

„Die Grüne Hoffnung im Grünen Buch“

Eine Zusammenfassung.

© 2011, mizztroublemaker.wordpress.com

Heute erreichte mich die deutsche Version von „Das Grüne Buch“, verfasst von Muammar Al Qaddafi und herausgegeben vom Internationalen Studien- und Forschungszentrum des Grünen Buches in Tripolis, Libyen.

Soweit es die Internetressourcen zuließen, hatte ich mich bereits zuvor mit der englischen Ausgabe befasst – bevorzugte es aber dennoch, ein eigenes Grünes Buch in deutscher Sprache zu besitzen.

Recht überraschend fand ich die Tatsache, dass einige Menschen in meinem weiteren Umfeld gar nicht wussten, dass Muammar Al Qaddafi ein Buch verfasst hat, was ich nun zum Anlass nehme, um ihm eine eigene Seite auf meinem Blog zu widmen und Interessierten einen Einblick in die Gedanken und Visionen des ehemaligen libyschen Staatsmannes Muammar Al Qaddafi zu verschaffen.

Es handelt sich hier um eine Zusammenfassung des Grünen Buches, nicht um eine Stellungnahme.

Muammar Al Qaddafi bezeichnete sein „Grünes Buch“ als „dritte Universaltheorie“, da es eine Alternative zum „Kapitalismus“ und „Kommunismus“ darstellen sollte.

Grün ist die Farbe des Islams und war ebenfalls die Farbe der libyschen Flagge unter Qaddafi’s Regime.

Weiterhin besaß Libyen keine offizielle Verfassung, weshalb man das Grüne Buch zumindest als „richtungsweisend“ für das libysche Volk unter Muammar Al Qaddafi bezeichnen könnte.

Man etablierte es unter anderem in libyschen Medien, las es in Schulen und übersetzte es in diverse Fremdsprachen – ab März 2011, im Zuge des Bürgerkrieges, fand das Grüne Buch jedoch nicht mehr überall Anerkennung und viele Exemplare wurden von den Rebellen kurzerhand verbrannt.

Das Grüne Buch befasst sich im Wesentlichen mit der Demokratie als Regierungsform. Es gliedert sich in drei Kapitel:

  1. Die Lösung des Demokratieproblems

  2. Die Lösung des wirtschaftlichen Problems

  3. Die soziale Basis (der dritten Universaltheorie)

Beginnend mit der Kennzeichnung „Die Macht des Volkes“ beschäftigt sich Muammar Al Qaddafi im ersten Kapitel mit den politischen Grundlagen der dritten Universaltheorie und skizziert zunächst, dass Demokratie, wie wir sie kennen, ein Machtkampf zwischen Herrschaftsinstrumenten bedeutet und somit zwangsweise in einem Konflikt endet, welcher letztlich mit einem Sieg eines Herrschaftsinstruments und der Niederlage des Volkes, also der Niederlage der wahren Demokratie, endet.

„In Wirklichkeit wird unter dem Deckmantel einer vorgetäuschten Demokratie die Diktatur eingeführt. Dies ist die Realität der in der heutigen Welt vorherrschenden politischen Systeme. Es sind diktatorische Systeme, und es scheint klar, daß sie die wahre Demokratie verfälschen.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 1, Seite 7)

Ein fester Bestandteil der uns bekannten Demokratie gilt den Parlamenten. Muammar Al Qaddafi bezeichnet diese als „Rückgrat der traditionellen Demokratie, wie sie heute besteht“ und weist darauf hin, dass Parlamente nichts weiter als eine Mißrepräsentation des Volkes sind und eine parlamentarische Regierung eine irreführende Lösung für das Demokratieproblem darstellt.

Qaddafi kritisiert die Bildung eines Parlaments, welches entweder durch die Wähler, eine Partei, durch Koalitionen von Parteien oder anderen Methoden bestimmt werden kann. An die Stelle des Volkes darf keine Repräsentation treten, denn Repräsentation bedeutet eine Verneinung der Partizipation und somit auch eine Verfälschung der Demokratie.

Für Muammar Al Qaddafi sind Parlamente ein Mittel zur Ausplünderung und Aneignung der Volksmacht. So, wie die Menschen meist in langen Reihen anstehen, um ihre Stimmzettel in den Wahlurnen zu versenken, so könnten sie ebenso gut andere Papiere in einen Mülleimer werfen.

Die von einem Parlament bestimmte Exekutive wird durch die führende Partei und nicht vom Volk ernannt, ebenso repräsentieren Parteien mit einer bestimmten Anzahl an Sitzen im Parlament nur ihre Partei – nicht aber das Volk.

Repräsentation bedeutet also nichts weiter als Betrug am Volke und gewählte Parlamente basieren auf Propaganda zur Gewinnung von Stimmen – dies bedeutet, dass die vorgegebene Umsetzung von Parteiprogrammen nur ein Vorwand ist, um an die Macht zu kommen.

Ein Parteiensystem schafft nach Muammar Al Qaddafi die Demokratie ab, weil eine Parteienbildung eine Spaltung in der Gesellschaft hervorruft. Parteienbildung dient dem Zweck, das Volk zu beherrschen und somit auch sämtliche Nichtmitglieder dieser Partei. Es lässt sich also festhalten, dass ein Parteiensystem eine offene Diktatur widerspiegelt.

„Der modernen Demokratie zufolge ist die rechtmäßige Kontrolle für die Regierungspartei das Parlament, dessen Mitglieder mehrheitlich zu dieser Regierungspartei gehören. Das heißt, daß die Kontrolle in den Händen der regierenden Partei liegt und die Regierung in den Händen der kontrollierenden Partei. Auf diese Weise ist die Betrügerei, die Ungerechtigkeit und die Nichtigkeit der in der heutigen Welt vorherrschenden Theorien, auf die sich die zeitgenössischen traditionellen Demokratien stützen, offensichtlich.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 1, Seite 15)

Muammar Al Qaddafi verdeutlicht die Ähnlichkeit zwischen Parteien, Stämmen, Klassen und Sekten: Alle verfolgen die Ziele einer bestimmten Gruppierung und sind gewillt, dabei andere Stämme, Klassen, Parteien oder Sekten nach Möglichkeit zu unterwerfen oder auszuschalten.

Qaddafi äußert weiterhin, dass zuvor genannte Gruppierungen alle eine materielle Basis beinhalten – die Gesellschaft an sich jedoch auch einen sozialen Aspekt aufweist und deshalb der Versuch, die Gesellschaft auf einer rein materiellen Basis zu vereinigen und damit das Regierungsproblem zu lösen, ebenso zum Scheitern verurteilt werden kann, wie die Wahl von Repräsentanten oder die Zufriedenstellung der Ansichten des gesamten Volkes durch Volksentscheide.

Volksentscheide sind nach Qaddafi ebenso ein Betrug an der Demokratie, wie Parteiensysteme oder Repräsentanten.

Dem Volk werden nur zwei Möglichkeiten bei einem Volksentscheid gegeben: „Ja“ oder „Nein“. Eine Möglichkeit für eine Stellungnahme oder Gründe für die Zustimmung, bzw. Ablehnung gibt es nicht.

Muammar Al Qaddafi will mit dem Grünen Buch die Lösung für das Problem des Regierungsinstruments liefern. Er will einen Weg zur „wahren Demokratie“ weisen: „Die Macht des Volkes“. Ohne Repräsentation. Ohne Stellvertretung. Eine direkte Demokratie des Volkes.

Dieses kann nur durch die Entwicklung von Volkskongressen und Volkskomitees erreicht werden.

„Die Macht des Volkes hat nur ein Gesicht, und sie kann nur durch eine Methode verwirklicht werden, nämlich durch Volkskongresse und Volkskomitees.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 1, Seite 25)

Qaddafi begründet seine Lösung wie folgt: Nachdem zunächst Volkskongresse an der Basis geschaffen werden, wird dort ein Arbeitskomitee gewählt. Die Arbeitskomitees bilden erneut Volkskongresse für jeden einzelnen Bezirk.

Diese Volkskongresse sind nun dafür verantwortlich, Verwaltungskomitees des Volkes zu wählen, welche somit die Verwaltung einer Regierung ersetzt. Folglich werden also alle öffentlichen Einrichtungen von den Volkskomitees geleitet, auf welche wiederum die Volkskongresse der Basis maßgeblich Einfluss nehmen und somit die auszuführende Politik festlegen und kontrollieren. Die Macht wird also in die Hände des Volkes gelegt, was sowohl die Verwaltung, als auch die Kontrolle beinhaltet.

Muammar Al Qaddafi stellt klar: „Demokratie ist die Kontrolle des Volkes durch das Volk.“ und nicht, wie die veraltete Definition von Demokratie sagt: „Demokratie ist die Kontrolle der Regierung durch das Volk.“

Um wirklich alle Teile des Volkes einzubeziehen, schlägt Qaddafi vor, dass die Mitglieder der Volkskongresse beispielsweise Gewerkschaften hinsichtlich Kategorien/Sektoren (Arbeiter, Bauern, Studenten, Beamte etc.) bilden, welche an einem jährlichen Generalkongress teilnehmen und somit eine Regierung der Massen gewährleisten können, wodurch auch letzte diktatorische Instrumente eliminiert würden.

„Der Generalkongress des Volkes ist keine Versammlung von Mitgliedern oder gewöhnlichen Personen wie im Fall der Parlamente. Er ist eine Versammlung der Volkskongresse an der Basis, der Volkskomitees, der Gewerkschaften, der Syndikate und aller beruflichen Zusammenschlüsse.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 1, Seite 27)

Im folgenden Abschnitt des ersten Kapitels beschäftigt sich Muammar Al Qaddafi mit dem Gesetz der Gesellschaft.

Er erläutert, dass es unrechtmäßig und undemokratisch ist, wenn beispielsweise Parlamente das Recht haben, Gesetze für eine Gesellschaft zu erlassen. Ebenso unrechtmäßig und undemokratisch erscheint es ihm, wenn nur bestimmte Personen, bzw. Parlamente die Gesetze einer Gesellschaft abändern oder aufheben können.

Qaddafi proklamiert, dass eine Verfassung nicht das Gesetz einer Gesellschaft sein kann, denn dieses bezeichnet ein von Menschen gemachtes Gesetz – wobei jedoch die ursprünglichen Gesetze einer jeden Gesellschaft nur auf Tradition und Religion zurückzuführen sind.

Ein Gesetz muss auf eine Quelle zurückführen und nicht vom Menschen als Gesetz für die Gesellschaft erlassen werden.

Muammar Al Qaddafi macht deutlich, dass eine von Menschen erstellte Verfassung die Freiheit des Menschen, bzw. der Gesellschaft einschränkt. Eine Verfassung regelt die Regierungsmethoden, spiegelt das Produkt und die Veranlagung der Weltanschauung der jeweiligen Regierung wider und unterwirft somit die Menschen, als dass sie diese Gesetze gezwungenermaßen akzeptieren müssen. Eine von Menschen gemachte Verfassung ist also ein Produkt der Regierungsinstrumente, welches den Zweck erfüllt, deren Interessen durchzusetzen.

Weiterhin wird gesagt, dass die Gesetze der Gesellschaft, also Tradition und Religion, mit den Gesetzen der Regierung, also der Verfassung, übereinstimmen sollten und der Versuch, die Gesetze der Gesellschaft an die der Regierung anzupassen, nicht unternommen werden sollte.

Die Freiheit der Menschen steht somit im Gegensatz zur Verfassung einer Regierung, solange es kein geheiligtes Gesetz gibt, welches auf festen Regeln basiert und nicht durch die Regierung verändert werden kann.

Qaddafi bezieht sich hierbei auf Sitten und Traditionen, welche er als „immerwährendes menschliches Erbe“ bezeichnet und das nicht durch von Menschen gemachte Gesetze beeinflusst wird.

Er weist darauf hin, dass beispielsweise eine Verfassung etliche materielle Strafen gegen die Menschen aufweist, wohin gegen aus Sicht der traditionellen Werte eher selten damit argumentiert wird.

Seitens der Religion spricht man von moralischen Strafen, Ermahnungen, sowie Anleitungen und Antworten – selten jedoch von materiellen Strafen, welche ansonsten meist erst am Tag des Jüngsten Gerichts entschieden werden.

Für Muammar Al Qaddafi bedeutet dies, dass sämtliche von Menschen erschaffene Gesetze unrechtmäßig sind, da sie gegen andere Menschen angewandt werden können. Einzig die Religion umfasst alle Traditionen, die das „natürliche Leben der Völker“ rechtfertigt.

Um die Frage nach der Kontrolle des Verhaltens der Gesellschaft zu beantworten, erwähnt Qaddafi erneut die Volkskongresse. Diese ergeben sich nach Ansicht des Grünen Buches aus der Gesellschaft und sind somit das Instrument der Regierung. Das Volk ist demnach sein eigener Kontrolleur und gewährleistet die Selbstkontrolle der Gesellschaft.

Dieses System entspricht nach Qaddafi der wahren Demokratie. Deshalb ist davon auszugehen, dass es keine Abweichungen von diesem Gesetz geben wird. Finden gewalttätige Veränderungen innerhalb einer Demokratie statt, so deutet dies daraufhin, dass das System keine wahre Demokratie beinhaltet und eine Gesellschaft, welche in diesem System lebt, eine rückständige Gesellschaft ist und bleibt.

Im theoretischen Ansatz der wahren Demokratie des Grünen Buches gibt es keine Randgruppen, gegen die Gewalt angewendet werden könnte oder die selbst für Abweichungen des Gesetzes verantwortlich wären.

Bezüglich der Presse (-freiheit) äußert sich Qaddafi folgendermaßen: Jeder hat das Recht, seine Meinung kund zu tun, auch wenn sie noch so gegensätzlich ist. Jedes Individuum einer Gesellschaft darf sich frei und unabhängig zu einer Sache äußern. Große Publikations- und Informationsmittel, wie z.B. Zeitungen, sollten jedoch kein Eigentum von Privatleuten, oder bestimmten Handelskammern, sowie Juristen sein, da eine demokratische Presse in den Händen des Volkes liegen sollte, welches durch die Volkskomitees die Möglichkeit haben sollte, dass alle Teile der Gesellschaft (Arbeiterzusammenschlüsse, Frauen, Studenten, Bauern, Gelehrte etc.) hinreichend beachtet und in demokratischer Form als Informationsmedium der Presse herausgegeben werden.

So würden beispielsweise Zeitungen einer Ärztekammer sich nur mit medizinischen Aspekten beschäftigen und Rechtsanwälte sich nur auf rechtliche Bereiche beziehen.

Privatpersonen dürfen sich jeder Zeit und immer frei äußern, allerdings gibt es keine Berechtigung dazu, dass sich ein Einzelner im Namen eines anderen äußern darf.

Muammar Al Qaddafi ist sich bewusst darüber, dass dies nur eine Theorie ist, welche in der Praxis möglicherweise nicht stattfinden kann – zumindest nicht in der Art von Demokratie, wie wir sie heute kennen.

„Theoretisch ist dies die wahre Demokratie. Aber in der Realität herrscht immer der Starke… d.h. Der stärkere Teil der Gesellschaft ist derjenige, der herrscht.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 1, Seite 40)

Im zweiten Kapitel des Grünen Buches beschäftigt sich Muammar Al Qaddafi mit der Lösung des wirtschaftlichen Problems – dem Sozialismus.

Bezugnehmend auf den ökonomischen Aspekt der dritten Universaltheorie wird verdeutlicht, dass es sich bei einem Arbeitnehmer nicht um einen Lohnarbeiter handeln darf, sondern die Position des „Partners“ eingenommen werden sollte.

Systeme, die das Einkommen beschränken, das Privateigentum als ungesetzlich erklären oder einen Arbeitnehmer nicht als Partner sehen, sondern nur zum eigenen Nutzen ausbeuten, tragen zum wirtschaftlichen Problem bei.

Qaddafi erläutert, dass jener, der produziert auch konsumiert.

„Der Lohnarbeiter ist ein Typ des Sklaven, gleich wie gut sein Lohn sein mag. Der Lohnarbeiter ist für den Herrn, der ihn dingt, wie ein Sklave. Er ist ein Sklave auf Zeit, da seine Sklaverei so lange andauert, wie er gegen Lohn für den Unternehmer arbeitet, gleich ob letzterer ein Individuum oder ein Staat ist.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 2, Seite 47)

Im Grünen Buch gibt es eine klare Gliederung der wirtschaftlichen Faktoren. So setzt sich eine Produktion immer aus Rohstoffen, einem Produktionsmittel und einem Produzenten zusammen.

Alle Faktoren spielen dabei eine unverzichtbare Rolle und aus diesem Grund kommt jedem eine ebenbürtige Bedeutung zu.

Es ist also einleuchtend, dass die Anteile an einer Produktion in diesem Falle für alle drei Faktoren gleich sein müssen und unzulänglich, wenn ein Arbeitnehmer nicht den Anteil bekommen würde, der ihm nach diesem Naturgesetz zusteht.

Ein Lohnsystem entzieht dem Arbeiter sein Recht auf seine Produktion und ist deshalb gleichzusetzen mit einer Versklavung.

Würde man eine Produktion folglich aus den drei Faktoren Rohstoff, Fabrik und Arbeiter herleiten, lässt sich feststellen, dass keiner dieser drei Faktoren den Produktionsprozess alleine durchführen könnte. Jedem steht deshalb der selbe Anteil am Gewinn der Produktion zu.

Als weiteren Bestandteil zur Lösung des wirtschaftlichen Problems benennt Muammar Al Qaddafi die Bedürfnisse des Menschen.

Werden diese Bedürfnisse durch einen anderen kontrolliert, so kommt es zu einer Einschränkung der Freiheit der Menschen und somit zu Konflikten.

Als wichtige Bedürfnisse benennt Qaddafi vor allem die Wohnung, das Einkommen und das Fahrzeug, welche jedem Menschen zustehen sollten.

So kann ein Mensch nicht frei sein, wenn er in einem Haus wohnt, welches nicht sein Eigentum ist, muss weiterhin über sein Einkommen, dass er als Partner durch seine Teilnahme an einer Produktion bezieht, frei verwalten können und ein Fahrzeug als Notwendigkeit für sich selbst und für die Familie, zur Verfügung haben.

Muammar Al Qaddafi bezieht diese Bedürfnisse auf jeden Einzelnen. Das bedeutet, dass jeder diese Bedürfnisse für sich selbst und für seine Familie befriedigen können muss – nicht jedoch, dass ein Einzelner mehrere Wohnungen besitzt, die er vermieten könnte, mehr Anteile an einer Produktion einnimmt, als ihm zustehen oder ein Fahrzeug nicht nur privat, sondern gewerblich nutzt.

Hinsichtlich des Landes wird gesagt, dass dies niemand besitzen kann, allerdings jeder ein Recht darauf hat, es zu bewirtschaften.

Sollte es doch einen Anspruch auf Besitz des Landes geben, dann gilt dies nur für die dort lebenden Personen.

„Der Zweck der neuen sozialistischen Gesellschaft ist die Schaffung einer Gesellschaft, die glücklich ist, weil sie frei ist. Die kann erreicht werden durch die Befriedigung der materiellen und geistigen Bedürfnisse des Menschen, und diese wiederum wird herbeigeführt durch die Befreiung dieser Bedürfnisse von fremder Herrschaft und Kontrolle.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 2, Seite 57)

Im Grünen Buch wird veranschaulicht, dass ein Einzelner, der nicht unter dem Druck eines Arbeitgebers steht, sondern partnerschaftlich am Produktionsprozess teilnimmt, motivierter und engagierter seiner Arbeit nachgeht, da er weiß, dass die Produktion von ihm anhängig ist und er durch seine Arbeit auch seine eigenen materiellen Bedürfnisse befriedigen kann.

Alles weitere, das über den Gewinn zur Bewerkstelligung der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse hinausgeht, sieht Muammar Al Qaddafi als gesellschaftlichen Reichtum, der als eine Art Versorgungslager dient und jeden Tag eine Anzahl von Personen mit Versorgungsgütern beliefert, die an diesem Tag ihre Bedürfnisse damit abdecken können.

Das Grüne Buch und die Idee der sozialistischen Gesellschaft beschreiben, dass grundlegende Bedürfnisse des Menschen, wie u.a. Nahrung, Wohnen, Kleidung und Transport für jeden einzelnen zugänglich sein müssen und es niemanden geben darf, der in diese Privatsphäre eingreift und sie sich beispielsweise durch Anmieten zu Eigen macht.

Für Qaddafi gibt es nur diese Basis der natürlichen Gesetze, auf denen eine Gesellschaft aufgebaut sein sollte. Er nennt es „Ironie“, dass Grundbedürfnisse der Menschen durch juristische oder verwaltungsmäßige Maßnahmen geregelt werden und verdeutlicht, dass der Zweck einer sozialistischen Gesellschaft das Glück des Menschen ist – erlangt durch materielle und geistige Freiheit und durch Abschaffung des Profits, welches sich durch die Entwicklung der sozialistischen Produktion und der Befriedigung der materiellen Bedürfnisse der Gesellschaft verwirklichen würde.

Das dritte Kapitel des Grünen Buches trägt die Überschrift: „Die soziale Basis der Dritten Universaltheorie“ und behandelt grundlegende (religiöse) Aspekte bezüglich Nation, Stamm, Familie, Frauen, Erziehung Minderheiten und auch Massensport.

Im ersten Teil des dritten Kapitels erklärt Muammar Al Qaddafi seine Ansichten zur Nation.

Für ihn ist der soziale und somit auch nationale Faktor die „treibende Kraft in der Geschichte der Menschheit“.

Jeder einzelne identifiziert sich mit etwas. So ist die Beziehung des Menschen zu einer Gruppe eine soziale Beziehung und gleichzeitig eine Beziehung zwischen den Mitgliedern einer Nation.

„Nationen aber basieren auf Nationalismus. Es handelt sich folglich um eine nationale Angelegenheit. Die nationalen Beziehungen aber sind soziale Beziehungen. Die sozialen Beziehungen werden von der Gesellschaft abgeleitet, die aus den Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern besteht, ebenso wie der Nationalismus von der Nation abgeleitet wird und damit aus den Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Nation besteht. […] Die Gruppe bedeutet hier eine Gruppe, die auf Grund ihrer eigenen nationalen Beziehungen Kontinuität hat.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 76)

Muammar Al Qaddafi sieht eine Gruppenbewegung als eine Bewegung einer Nation an, welche im Sinne ihrer eigenen Interessen handelt, d.h. gemeinsame gesellschaftliche Bedürfnisse verfolgt (z.B. Rechte, Forderungen oder Ziele einer Nation, die auf einheitlichem Nationalismus basieren) und somit als nationale Bewegung bezeichnet werden kann.

Er erwähnt, dass die Welt regelmäßig einen Zyklus geschichtlicher Bewegung durchläuft, in dem soziale Bewegungen von der Beherrschung einer Gruppe durch eine andere Gruppe befreit werden – diesen Ablauf nennt Qaddafi den „nationalen Kampf zur Ausformung von Nationalismus“ und die „Grundlage der geschichtlichen Bewegung“.

Der Nationalismus ist nach Qaddafi ein unverzichtbarer Bestandteil zum Überleben einer Nation und eine Nation ohne Nationalismus dem Untergang geweiht.

Eine gespaltene Gesellschaft ist das Produkt von gesellschaftlichen Entwicklungen und das Resultat von einer Vernachlässigung des Nationalismus, welcher unweigerlich das Naturgesetz der Anziehungskraft verdeutlicht. Aus diesem Grunde gibt es nur einen anderen Faktor, der größeren Einfluss auf eine Gruppe ausübt und ebenfalls die Basis für das Überleben einer Gesellschaft sein kann: Die Religion.

Für Qaddafi sollte jede Nation eine gemeinsame Religion haben, da alles andere sich zu einer Abnormität entwickelt und somit einen Grund für Auseinandersetzungen innerhalb der nationalen Gruppe bietet.

Nur durch den Einklang von sozialem und religiösem Faktor kann Harmonie in einer Nation erreicht werden.

„Es gibt keine andere Lösung als mit der Regel, die besagt, daß jede Nation eine Religion haben soll.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 79)

Ein weiteres Unterkapitel des Grünen Buches erläutert den Stellenwert der Familie.

Es wird deutlich, dass die Familie einen essentiellen Beitrag zu einer harmonischen Gesellschaft leistet.

Muammar Al Qaddafi stellt dies anhand eines Beispiels dar, indem er die Familie mit einer blühenden Pflanze vergleicht, die aus Stängeln, Blättern und Blüten besteht. Verändert man den Lebensraum dieser Pflanze unrechtmäßig, so findet eine willkürliche Umgestaltung statt, die mit der eigentlichen Natur der Pflanze nichts mehr zu tun hat.

Qaddafi weist daraufhin, dass politische, ökonomische oder militärische Eingriffe in eine Gesellschaft bereits in der Vergangenheit dazu führten, dass Gruppen von Familien zu Staaten zusammengefasst wurden und somit nichts mehr mit der ursprünglichen Natur der Menschheit gemeinsam hatten.

Er sagt, dass jede Art von Intervention, die zum Verlust oder zur Auflösung der Familie führt, unmenschlich und unnatürlich ist und genauso als willkürliche Umgestaltung bezeichnet werden kann, wie solche, die zur Zerstörung einer Pflanze führen, indem man ihre Zweige abbricht oder ihre Blätter und Blüten verwelken lässt.

In einer harmonischen Gesellschaft wächst der Einzelne in der Familie auf, welche wiederum durch die Gesellschaft geformt wird.

Auch hier zieht Qaddafi erneut den Vergleich mit der Natur und sieht den Einzelnen innerhalb der gesamten Menschheit, sowie innerhalb seiner Familie als sinngemäßen Zweig oder Blatt eines Baumes, was an Wert verliert und stirbt, wenn man es abtrennt.

„Das Individuum ohne Beziehung zu einer Familie hat keinen Wert für das soziale Leben.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 81)

Als eine große Einheit beschreibt Muammar Al Qaddafi auch die Funktion der Stämme.

Ein Stamm ist das Ergebnis einer großen Familie und könnte auch als selbiges bezeichnet werden. Ebenso gilt dies für eine Nation, die aus diesem Stamm entsprungen ist. Qaddafi schlussfolgert daraus, dass deshalb die Welt als große Nation betrachtet werden sollte, die sich sinngemäß in Form von vielen Nationen verzweigt hat.

Das Bindeglied, also die Einheit, ist sowohl das der Familie, als auch des Stammes, der Nation und somit ebenfalls der Welt.

Soziale Bindungen, wie Zusammenhalt, Vertrauen und Liebe sind Vorteile, Privilegien, Werte und Ideale dieser Bindungen.

Das Grüne Buch bringt zum Ausdruck, dass solch soziale Bindungen – sowohl auf Ebene der Familie, als auch auf Stammes-, Nations- und Weltebene – der Grundstein eines jeden Zusammenhalts ist und es von oberster Priorität sein muss, diese Einheit zu schützen, um einer harmonierenden Gesellschaft gerecht zu werden.

„Deshalb ist es für die menschliche Gesellschaft von großer Bedeutung, den Zusammenhalt von Familie, Stamm, Nation und der Weltgemeinschaft aufrechtzuerhalten, um der Vorteile, Privilegien, Werte und Ideale teilhaftig zu werden, die aus der Solidarität, dem Zusammenhang, der Einheit, Vertrautheit und Liebe der Familie, des Stammes, der Nation und des Menschengeschlechtes erwachsen.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 83)

Muammar Al Qaddafi beschreibt weiterhin, dass die Nation gefährdet werden kann, wenn ihre Stämme untereinander zerstritten sind und nur den eigenen Interessen folgen, gleiches gilt für nationalen Fanatismus durch Gewaltanwendung gegenüber schwächeren Nationen oder Ausplünderung anderer Nationen, was einen erheblichen Schaden an der Menschheit zur Folge hat.

Für Qaddafi ist eine Nation nicht ausschließlich auf die Herkunft bezogen, da es auch Angliederungen von Nationen geben kann. Herkunft spielt zwar die wichtigste Rolle, aber letztendlich entscheidet das Zusammengehörigkeitsgefühl und das gleiche Schicksal über die Nation.

Durch die Bindung der Nation zu den Stämmen und weitestgehend zu den Familien, sieht Muammar Al Qaddafi somit einen Nationalstaat als einzige politische Form, welche mit ihren natürlichen Sozialstrukturen übereinstimmt.

Kommt es dazu, dass ein Staat auf gemeinsamen Interessen, wie Religion, Militär oder ökologischem Aspekt gebildet wird, ist dies meist nicht von langer Dauer, denn besonders wenn verschiedene Nationen mit unterschiedlichen Religionen daran beteiligt sind, wird sich unweigerlich nach einer Zeit die Besinnung auf die Religion und somit auf die Nation durchsetzen und den Staat zerbrechen.

Qaddafi erwähnt an dieser Stelle, dass jeder Staat, der mehrere Nationalitäten beinhaltet, früher oder später an nationalen Konflikten scheitern wird. Soziale Interessen stehen über dem politischen Aspekt und werden letztendlich durch den ständig wirkenden, sozialen Faktor, dem Nationalbewusstsein, triumphieren.

Das Grüne Buch möchte verdeutlichen, dass ein Staat nur dann eine vollkommene Einheit bildet, wenn die Nation auf die Stämme und die Stämme auf die Familien zurückgreifen können. Denn, so wie die Familie den Einzelnen schützt, schützt sie auch den Stamm und folglich das einheitliche Nationalbewusstsein. Politische Systeme, die dieses nicht erfüllen, können zwar eine Zeit lang intakt erscheinen, werden jedoch über kurz oder lang durch den sozialen Faktor der unterschiedlichen Gruppen untergraben und tragen zur Förderung der jeweiligen nationalen Bewegungen bei.

„Der Mensch wächst mit all diesen Realitäten wie selbstverständlich auf, und sie stellen keine rationale Konstruktion dar. Alle Menschen der Welt sollten sich dieser Tatsachen bewusst sein und sich auf sie einstellen, um auf angemessene Weise zu wirken.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 92)

Dem Unterkapitel über die Frauen widmet Muammar Al Qaddafi einige Seiten des Grünen Buches. Er klärt eindeutig ab, dass die Frau ein gleichwertiges Individuum in der Gesellschaft darstellt.

Qaddafi ist der Meinung, dass es für Mann und Frau allgemein gültige Bedingungen geben muss, unter denen sie ihre jeweiligen Rollen leben und verwirklichen können.

Er verdeutlicht mehrmals die große körperliche Anstrengung der Frau während einer Schwangerschaft und die notwendige Unterstützung des Mannes in dieser Zeit.

Einen vorsätzlichen Schwangerschaftsabbruch oder die Verhütung empfindet Muammar Al Qaddafi als Handlung gegen das natürliche Leben und setzt es mit Mord gleich.

Während der Schwangerschaft sollte eine Frau nicht arbeiten müssen, da sie in ihrer physischen Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt ist und dieser Zustand durch Arbeit als Strafe dargestellt würde und einem Verrat an der Menschheit gleich käme.

Ebenso sollten Frauen, in Bezug auf Schwangerschaft und Mutterschaft, nicht gezwungen sein, auf ihre natürliche Rolle zu verzichten, denn das hieße, dass sie ein Opfer von Zwang und Diktatur würden und eine Frau, die aufgrund ihrer Arbeit keine Familienplanung mit einbeziehen kann, ist nicht frei und unterliegt einem materiellen Zwang zu arbeiten.

„In der Not ist die Freiheit verborgen.“

Die Erziehung der Kinder obliegt nach Qaddafi der natürlichen Aufgabe der Frauen. Besonders in den ersten frühkindlichen Jahren sollte man Kinder und Mütter nicht trennen. Er äußert scharfe Kritik an „Fürsorgeeinrichtungen“ und vergleicht diese mit „Geflügelfarmen“, auf denen man Kinder – genau wie Geflügel – einpferchen würde, nachdem sie „ausgebrütet“ wurden.

Die Natur und die Würde des Menschen sieht es vor, dass ein Kind von seiner Mutter aufgezogen wird – was innerhalb der Familie geschieht und wo die wahren Prinzipien der Mutterschaft, Vaterschaft und Brüderlichkeit verfolgt werden – und nicht in einer zentralen Einrichtung, wie Geflügelfarmen.

Muammar Al Qaddafi vertieft dieses Thema noch weiter und stellt eindeutig klar, dass selbst das Geflügel, welches in derartigen Massenhaltungen eingepfercht wird, die Mutterschaft als natürliche Entwicklungsphase braucht und die Zucht auf Farmen eindeutig einen Verstoß gegen das natürliche Wachstum darstellt.

Das Fleisch kann nicht schmecken, wenn es von mechanischen Geflügelfarmen stammt, denn die Küken dort werden nicht natürlich aufgezogen und gedeihen nicht im schützenden Schatten der natürlichen Mutterschaft. Ein Vogel, der in freier Wildbahn aufwächst und sich natürlich ernährt, ist nach Qaddafi schmackhafter und auch nahrhafter.

Zurückkommend auf das Ausgangsthema der Kindertagesstätten, oder Fürsorgeeinrichtungen, hält Muammar Al Qaddafi fest, dass Kinder, die keine Familie mehr haben, von der Gesellschaft beschützt und erzogen werden sollten. Nur für sie sollte es solche Fürsorgeeinrichtungen geben und dort wären sie besser aufgehoben, als wenn sich Privatpersonen, die nicht ihre Eltern sind, ihrer annehmen.

„Wenn Kinder in eine Fürsorgeeinrichtung gebracht werden, so geschieht dies zwangsweise, sei es zur Ausbeutung oder aus Dummheit. Kinder werden aus rein materiellen und nicht aus sozialen Erwägungen gewaltsam in Fürsorgeeinrichtungen gebracht. […] Die einzige Rechtfertigung für einen so unnatürlichen und inhumanen Vorgang ist, daß sich die Frau in einer Lage befindet, die ihrer Natur nicht angemessen ist, d.h. Daß sie gezwungen ist, Pflichten zu erfüllen, die unsozial und gegen die Mutterschaft gerichtet sind.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 98)

Im Grünen Buch wird deutlich, dass keine Unterschiede bei der Menschennatur zwischen Mann und Frau gemacht werden sollen. Eine Zwangsheirat ist nicht möglich und zu einer Scheidung gehört ein ordentlicher Prozess.

Ebenso ist die Frau der Besitzer des Hauses, da dies eine notwendige Bedingung für sie darstellt, um sich der Pflege und Erziehung der Kinder zu widmen, was die natürliche Aufgabe der Frau beinhaltet.

Ein Verzicht auf die natürlichen Aufgaben – auch von Männern – kann nur unter unnatürlichen Bedingungen stattfinden, welche somit eine Bedrohung für den Fortbestand des Lebens bedeuten.

„Es muß eine Weltrevolution geben, die den materialistischen Bedingungen ein Ende bereitet, die die Frau an der Verwirklichung ihrer natürlichen Rolle im Leben hindern und sie nötigen, Männerarbeit zu leisten, um ihnen so rechtlich gleich zu sein.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 104)

Muammar Al Qaddafi vermerkt, dass heutzutage die Frau viel zu oft als „Ware“ gesehen wird. Er verdeutlicht dies mit den Worten: „Der Orient sieht in ihr eine Ware, die man kauft und verkauft, während der Okzident ihre Weiblichkeit missachtet“ und spricht sich ausdrücklich dafür aus, dass in jeder Gesellschaft, ganz gleich ob Mann oder Frau, Arbeit gegeben werden muss – jedoch an das jeweilige Individuum angepasst und frei von jeglichem Zwang eine ungeeignete Arbeit verrichten zu müssen.

Es gibt keinen Unterschied hinsichtlich der Menschenrechte zwischen Mann, Frau, Kind oder Erwachsenem. Es muss jedoch eine Anpassung in Bezug auf die Art ihrer Aufgaben gewährleistet sein.

Kurz, jedoch eindeutig äußert sich Qaddafi auch zum Thema Minderheiten. Er sagt, dass auch Minderheiten eigene soziale Rechte besitzen und jede Verletzung dieser Rechte durch eine Mehrheit ein Akt der Ungerechtigkeit ist. Verdeutlicht wird dies folgendermaßen: „Minderheiten nur als politische und ökonomische Minderheiten anzusehen, bedeutet Diktatur und Unrecht.“

Bezugnehmend auf die Schwarzen hält Qaddafi fest, dass durch die jüngste Stufe der Sklaverei (Die Versklavung der Schwarzen durch die weiße Rasse) ein Streben nach Revanche und Herrschaft der schwarzen Rasse hervorgerufen wurde.

Auch befände sich die schwarze Rasse derzeit noch in einer Situation von sozialer Rückständigkeit, was sich jedoch maßgebend auf ihre zahlenmäßige Überlegenheit auswirkt, da sie noch nicht durch Geburtenkontrolle, Schwangerschaftsverhütung und anderen Beschränkungen beeinflusst werden.

Ein weiteres Unterkapitel des Grünen Buches setzt sich mit der Erziehung, bzw. der Bildung innerhalb einer Gesellschaft auseinander. Es wird eine weltweite Kulturrevolution angestrebt, in der man nicht mehr nach vorgefertigten Lehrplänen unterrichtet und den Menschen keine vorbestimmten Fächer aufzwingt.

Muammar Al Qaddafi bezeichnet die Schulpflicht – verbunden mit vorgefertigten Lehrplänen – als eine „gewaltsame Massenverdummung“ und bevorzugt eine Gesellschaft, die jedem Einzelnen alle Möglichkeiten zur Erziehung und Bildung eröffnen sollte. Dies setzt eine ausreichende Schulkapazität voraus, wobei alle Menschen frei wählen können, welche Fächer sie zu lernen wünschen und sich selbst verwirklichen können.

„Wissen ist ein natürliches Recht jedes Menschen. […] Unwissenheit wird es dann nicht mehr geben, wenn alles so dargestellt wird, wie es tatsächlich ist, und wenn Wissen über alle Dinge jedem in einer Weise zur Verfügung steht, die ihm zugänglich ist.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 111)

Hinsichtlich Kunst und Kultur bezeichnet Qaddafi die Menschheit im weiteren Sinne als rückständig, da sie nicht in der Lage ist, eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Dies ist so zu verstehen, als dass Gruppen sich zwar in innerer Übereinstimmung mit ihrer Kultur und ihrem Erbe befinden, jedoch keine Beziehung zu anderen Kulturen haben und sich nicht wirklich tiefgründig in die „Sprache“ der anderen einfühlen können.

Es mangelt an gegenseitigem Verständnis auf höherer Ebene. Gemeint ist nicht die Sprache als Kommunikationsmittel, sondern als Sprache, welche gegenseitiges Verständnis für Kultur und Traditionen ermöglicht.

„Solche Gemeinsamkeiten können nur erreicht werden, wenn die neue Sprache den Geschmack, das Gefühl und den Verstand vermittelt, die auf dem Wege der Tradition von einer Generation auf die nächste übertragen werden.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 112/113)

Sein letztes Unterkapitel der Dritten Universaltheorie im Grünen Buch widmet Muammar Al Qaddafi „Sport, Reitkunst und Veranstaltungen“.

Er erläutert, dass Sport nur eines sein kann: Entweder Privatsache, so wie das Gebet, welches man allein und in einem abgeschlossenen Raum verrichtet, oder aber öffentlich, wie das Gebet, welches in einer Gemeinschaft in Gotteshäusern stattfindet.

Die Privatsache betrifft folglich nur das Individuum, während die öffentliche Form alle Menschen etwas angeht.

So soll nicht jemand stellvertretend für andere Sport betreiben und ebenso sollten sich keine Mengen in Gotteshäusern versammeln, nur um andere beim Gebet zu beobachten.

Ein Beispiel für diese Auffassung liefert Qaddafi damit, dass es unlogisch sei, wenn bestimmte Sportarten von Mannschaften oder Einzelnen monopolisiert werden und die Gesamtheit der Menschen nur dabei zusieht und zusätzlich deren Monopol finanziert.

Er beruft sich auf die Beduinenvölker, welche beispielsweise kein sonderliches Interesse an Theater oder anderen Schauspielen haben, sondern ein ernsthaftes Leben verfolgen, wobei sie „die Zügel selbst in die Hand nehmen“ und Eigeninitiative u.a. an Spielen und anderen Aktivitäten zeigen.

Würde beispielsweise jeder, der Reitsport interessant findet auch ein Pferd reiten, würde keiner mehr untätig zuschauen.

„Aus demokratischen Überlegungen hat kein einzelner und keine Mannschaft oder Gruppe das Recht, Sport, Macht, Reichtum oder Waffen für sich zu monopolisieren.“ (Das Grüne Buch, Kapitel 3, Seite 115)

© by mizztroublemaker – Dezember 2011

2 Gedanken zu „Das Grüne Buch

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